//Projekte & Arbeiten

Moderne App Experience

Wie eine Shopping-App lernt, sich wie eine App anzufühlen.

Für eine der meistgenutzten Shopping-Apps Deutschlands habe ich einen Arbeitsstrang aufgebaut, der die App-Experience systematisch von Web-Mustern zu nativen Interaktionsmustern überführt. Micro-Animations, Transition-Patterns, mobil-optimierte Shopping Journeys — mit dem Ziel, dass sich die App nicht nur gut aussieht, sondern gut anfühlt.

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist kein Feature. Es ist eine Haltung.

Seit 2023 verantworte ich die Barrierefreiheitsstrategie des Fachbereichs Auffindbarkeit bei OTTO — nach WCAG 2.1 AA. Das bedeutet: Prüfung bestehender Komponenten, Definition von Standards, Integration in den Designprozess und enge Abstimmung mit Engineering. Keine kosmetische Checkbox-UX, sondern strukturelle Qualitätssicherung.

KI/ML

Wenn ein Algorithmus entscheidet — wer erklärt es dem Menschen?

Bei PwC habe ich über vier Jahre komplexe Business-Anwendungen mit KI- und Machine-Learning-Anteil konzipiert und begleitet. Die Kernfrage war immer dieselbe: Wie macht man ein System, das automatisch Entscheidungen trifft, für die Menschen verständlich und vertrauenswürdig, die damit arbeiten müssen? Transparenz als UX-Prinzip — lange bevor das ein geläufiger Begriff war.

Tingel

Tingel

Wenn Stadtraum wieder zum Erlebnisraum wird

Tingel stellt der Effizienzlogik digitaler Kartenapps eine radikal andere Idee entgegen: Statt einer Route zeigt die App nur einen Kompass und eine Entfernungsanzeige. Das Ziel bleibt bis zum Eintreffen unbekannt, ausgewählt anhand persönlicher Interessen. So wird aus Navigation wieder Erkundung – aus dem kürzesten Weg ein Erlebnis. Die Case Study verbindet die theoretische Fundierung aus meiner Abschlussarbeit an der ecosign mit einer späteren kritischen Weiterentwicklung des Konzepts: von der Frage nach lokaler Identifikation über Gamification-Prinzipien bis zu den strukturellen Grenzen einer sessionbasierten App.

Projekt ansehen

Signal Messenger

Signal Messenger

Was Nähe braucht, wenn niemand mehr zusieht

Jede Kommunikationsform trägt eine implizite Theorie darüber in sich, was zwischenmenschliche Nähe überhaupt bedeutet – und die meisten Messenger haben diese Theorie seit Jahren nicht mehr hinterfragt. Diese freie Studie nimmt Signal als Ausgangspunkt, weil es Sicherheit nicht als Feature, sondern als Haltung begreift, und fragt von dort aus weiter: Was verändert sich, wenn Vertrauen zur gestalterischen Grundbedingung wird statt zur nachträglichen Ergänzung? Wie viel Kontrolle braucht ein Mensch über seine eigene Sichtbarkeit, um sich wirklich verbunden zu fühlen? Und wo hört eine Unterhaltung auf, ein bloßer Austausch von Nachrichten zu sein, und wird zu etwas, das man tatsächlich teilt? Entstanden ist keine Auftragsarbeit, sondern eine Denkbewegung – mit dem Anspruch, jede gestalterische Entscheidung bis zu ihrer Grundannahme zurückverfolgen zu können.

Projekt ansehen

Gewalt gegen Männer

Gewalt gegen Männer

Wenn Rollenbilder schweigen — Design, das spricht.

Laut einer deutschen Studie haben fast 27% der befragten Männer physische Gewalt durch eine Partner*in erlebt — und keiner von ihnen rief die Polizei. Das Thema ist tabuisiert, die Infrastruktur fehlt, und gesellschaftliche Rollenmuster machen es Betroffenen nahezu unmöglich, Hilfe zu suchen. Für dieses Projekt habe ich eine Kampagne konzipiert, die mit zwei klar getrennten Kommunikationskanälen arbeitet: einer gesellschaftlichen Sensibilisierungslinie und einer direkten Hilfslinie für Betroffene und Angehörige. Bewusst ohne Fotos — keine Opferrollen, keine Dramatisierung. Stattdessen: Phrasen aus der Kindheitserziehung, eingeengt in einen engen visuellen Rahmen. Das Unbehagen entsteht durch Komposition, nicht durch Inhalt. Die Hilfsseite folgt einer komplett anderen Designsprache: offen, klar, sicher. Vom ersten Eindruck bis zum "Emergency Exit" — einem Link zur Wikipedia-Tagesseite, der die Nutzung verschleiert, falls sich jemand beobachtet fühlt. Jede Entscheidung hat einen psychologischen Grund. Das ist kein Plakat, das ist kommunikatives Systemdesign.